Die Teilnehmerzahl steigt von Jahr zu Jahr. Das Knusperhäuschen-Basteln ist eben ein Hit, das immer mehr von der jungen Generation angenommen wird. Mehr als eine halbe Hundertschaft Kinder nahm mit Enthusiasmus am 27. November im Mehrzweckraum mit ihren Eltern an dieser Veranstaltung teil.
Ausgerichtet wird die von der Interessensgemeinschaft für Kinderfeste, die mit ihren Aktivitäten ohnedies nicht aus dem Dorfleben wegzudenken ist. Tradition in der Veranstaltung ist es auch, dass Ehren-Bürgermeisterin Rita Koop den Kindern Märchen vorliest, was immer wieder zu blanken Augen und großem Interesse bei der jungen Generation führt.
Viel los im Mehrzweckraum
Bemerkenswert war in diesem Jahr ebenfalls, dass einige Jugendliche zum Knusperhaus-Basteln kamen und sich erheblich in die Organisation und schließlich auch beim Aufräumen einbrachten.
Einmal mehr gilt, das Knusperhaus-Basteln ist eine tolle Veranstaltung und unverzichtbar in Sehestedt.
Zwölf Lichter stehen jeweils für zehn Frauen, die letztes Jahr in Deutschland einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen sind. Jeden dritten Tag wird eine Frau im Land getötet, 140.000 Gewaltdelikte gegen Frauen kommen jährlich zur Anzeige, die Dunkelziffer ist weitaus höher.
Einmal mehr zeigte sich die Gemeinde Sehestedt am 25. November 2019 solidarisch mit dem Anliegen des Orange Days, dem internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen. So wurde das Schaufenster des KanalTreffs im Ort orange beleuchtet und die Lichter davor symbolisierten die im letzten Jahr getöteten Frauen.
Orange illuminiert
Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen diesen Gedenk- und Aktionstag, bei dem die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Mädchen und Frauen thematisiert werden. Der Tag hat die allgemeine Stärkung von Frauenrechten zum Ziel.
Die Gemeinde hat ein neues Fahrzeug. „Wir haben einen VW-Bus gekauft“, berichten Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann und Bauausschuss-Chef Rüdiger Sell – oder genauer gesagt: Einen Pritschenwagen mit Doppelkabine und Anhängerkupplung. Der Grund: Sehestedt hat seit einiger Zeit zwei Gemeindearbeiter und das Gemeindegebiet ist groß.
„Die Gemeinde ist weitläufig“, so Torsten Jürgens-Wichmann. Bis zu Denker & Wulf oder bis nach Feldscheide reicht das Gebiet, das von den Gemeindearbeitern betreut wird. Bisher gab es nur ein kleines Fahrzeug, das jedoch nur einem Arbeiter Platz bot. Der neue Wagen hat eine große Ladefläche, auf der Material transportiert werden kann und auch eine Standheizung, worüber sich die Arbeiter bei den Pausen sicher sehr freuen werden. Der Pritschenwagen wurde gebracht gekauft, ist fünf Jahre alt und hat bisher 40.000 Kilometer gelaufen.
Das Buswartehäuschen am nördlichen Ortsausgang ist erneuert worden. „Das alte war rott“, erklärt Torsten Jürgens-Wichmann. Unter Federführung von Rüdiger Sell und Bruno Dohrn machte sich kürzlich an zwei Wochenenden ein Team von ehrenamtlichen Helfern daran, das Wartehäuschen zu erneuern, so der Bürgermeister.
Holz im Wert von rund 1.900 Euro wurde bestellt und dann auf das alte Holz gesetzt. Gleichzeitig wurde ein zusätzliches Fenster eingebaut, damit der Unterstand nicht mehr so dunkel ist. Der Arbeitseinsatz wurde von Thomas Schäfer (Landhaus) und Holger Petersen (Kanaltreff) durch kostenlose Getränke und einen Imbiss unterstützt.
Die Liste der Buch-Neuerscheinungen in diesem Herbst ist lang. Ausgewählte schleswig-holsteinische Regional-Lektüre und Autoren, deren Heimat das nördlichste deutsche Bundesland ist, wird Sabine Sopha am 12. Dezemberg 2019 im Sehestedter Lesekreis vorstellen (Kanal-Treff, 19.30 Uhr). Die Referentin rezensiert beruflich Schleswig-Holstein-Literatur für das Magazin LandGang. Sowohl Krimis (beispielsweise der neue von Beeke Dierksen), aber auch Liebesromane oder Sachbücher werden präsentiert.
Ein Jahr nach dem Mauerfall entstand eine besondere Freundschaft: Die Gemeinde Sehestedt in Schleswig-Holstein und die Gemeinde Lohmen in Mecklenburg-Vorpommern begründeten eine Partnerschaft. 2019 – 30 Jahre nach dem Fall der deutsch-deutschen Grenze besteht diese Partnerschaft noch immer, ja, sie ist zu einer Freundschaft geworden.
„Das ist ungewöhnlich, dass eine Partnerschaft so lange aktiv gelebt wird“, betont Torsten Jürgens-Wichmann, Bürgermeister von Sehestedt. So reist beispielsweise jedes Jahr zum Weihnachtsbaumverkauf auf Gut Sehestedt eine Lohmener Abordnung an und hilft beim Punschverkauf.
Ehrenbürgermeisterin Rita Koop (rechts) mit „Garde“ bei den Feierlichkeiten in Kiel. Fotos: Alexandra Koop
Anfang Oktober kamen jetzt ebenfalls zahlreiche Lohmener in die Kanalgemeinde. Gemeinsam feierten die Besucher mit den Sehestedtern unter dem Motto „Mut verbindet“ in der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein.
„Mit 70 Personen sind wir am 3. Oktober nach Kiel gefahren“, erzählt Jürgens-Wichmann. Dort fand die zentrale Feier der Bundesrepublik zum Mauerfall-Jubiläum statt. Unter den Gästen aus Mecklenburg-Vorpommern waren Bürgermeister Bernd Dickau, Wehrführer Marco Schweder, das Ehepaar Hartmut und Gudrun Hassel und viele mehr.
Viel los am 3. Oktober bei der zentralen Feier in Kiel: Sehestedt und Lohmen waren mit rund siebzig Gästen dabei.
Am Ende des Tages gegen 18 Uhr trafen sich Gäste und Sehestedter am Lohmen-Stein, der in der Nähe des Denkmals an die Freundschaft erinnert. Der Posauenenchor und die freiwillige Feuerwehr waren wie immer mit dabei, aber auch viele andere Sehestedter. Per Aushang und über das Internet hatte die Gemeinde ihre Bürger eingeladen. „So viele wie noch nie“, freut sich der Bürgermeister, „kamen zum Lohmen-Stein“. Beim anschließenden Sekt-Empfang im „Landhaus“ feierten knapp einhundert Menschen den Mauerfall und die deutsch-deutsche Freundschaft.
Sekt, Schnitzel und Ansprachen im Landhaus Sehestedt.
„Es waren alte und neue Gesichter.“ Besonders die Tatsache, dass aus Lohmen zahlreiche junge Leute dabei waren, freut Jürgens-Wichmann. „Das macht Mut für die Zukunft.“ Im kommenden Jahr werden dann 30 Jahre Partnerschaft Lohmen-Sehestedt gefeiert. Vom 5. bis 7. Juni werden die Sehestedter in Mecklenburg-Vorpommern zu Gast sein. Sabine Sopha
Am Samstag den 2. November 2019 ist ab 10 Uhr die erste Probe für das Krippenspiel der Kirchengemeinde Holtsee, Sehestedt und Haby in der Sehestedter St. Peter und Paul-Kirche geplant.
Gesucht werden junge Schauspieler ab neun Lebensjahren, die Freude hätten die Rollen als Wirt und Hirt, als Maria oder Joseph, als Engel oder Oma und viele Haupt- und Nebenrollen mehr mit Leben zu erfüllen. Probentermine sind jeweils Samstags um 10 Uhr in der Kirche.
Die Aufführungen des Krippenspiels sind für den dritten Advent (15. Dezember 2019) um 10 Uhr und für Heilig Abend um 15 Uhr geplant.
Wer Lust hat mitzuspielen mag sich telefonisch bei Anja Pöhls (Tel.: 04357 358) oder Ingeborg Freerksen-Hennings (Tel.: 0151 20719195) melden.
Es dunkelte bereits, als Karl-Heinz Fedders und seine Frau am Abend des 11. September 1974 zwischen Sehestedt und Osterrade spazieren gingen. „Plötzlich hörten wir laute Motorengeräusche und sahen viele Flugzeuge am Himmel“, erinnert Fedders sich. Kurz darauf hörten das Sehestedter Ehepaar die Feuersirene seines Heimatdorfes.
Es war das Nato-Manöver „Bold Guard“
„Blaue Truppen“ verteidigen Schleswig-Holstein gegen vordringende „Orange-Kräfte“. Sie erhielten Verstärkung aus der Luft. „Eigentlich war die Landung im Raum zwischen Sehestedt und Bovenau auf einer fast freien, von einigen Bäumen umstandenen Fläche in der Ortslage Osterrade bereits um 16 Uhr vorgesehen. Bodennebel über England hatte dann aber zu einer Verzögerung des Abflugtermins geführt“, erklärt Frank Schemmerling in einer Zusammenfassung der Ereignisse*. Außerdem, so stellt er fest, wichen die Windstärke und –richtung von der Vorhersage ab. Dadurch seien die Fallschirmspringer in nördliche bis nordöstliche Richtung über ihre Absprungzone hinaus getragen worden. „Viele von ihnen befanden sich dadurch genau über dem Kanal.“ Hinzu kam: „Die Beleuchtung der Nord-Ostsee-Kanals war zu dieser Zeit noch mit weißen Lampen ausgestattet und vermittelte ihnen den Eindruck einer Straße.“
Absprungort verfehlt
In den Ermittlungsakten heißt es: „Die ersten Befragungen ergaben, dass der Absprung dieser Soldaten offenbar zwei Kilometer zu weit nördlich vom vorgesehenen Absprunggebiet erfolgt sein könnte. Hierdurch waren circa 25 Soldaten mit einigen Lasteneinheiten direkt im Nord-Ostsee-Kanal gelandet. Das Gebiet soll zum Zeitpunkt dieser Übung vollständig abgedunkelt gewesen sein.“
Es geschah in der Dunkelheit.
Eine Landung im Wasser ist für Fallschirmspringer lebensgefährlich. Ihre Ausrüstung ist schwer. Munition, Waffe, Nahrung, Wechselkleidung und ein Stahlhelm auf dem Kopf. Dazu kommt der Fallschirm, der im ungünstigen Fall über ihnen niedergeht und sie zusätzlich unter Wasser drückt. Eine weitere Gefahr bildeten die niedergehenden Lasten. „Einige Fahrzeuge fielen in die umliegenden Wälder, eines sogar auf das Deck eines vorbeifahrenden Schiffes“, schreibt Schemmerling.
Glück im Unglück hatten jene Soldaten, die in Hochspannungsleitungen hängenblieben. „Sie verdanken ihr Leben nur der Tatsache, dass die Fallschirmseile kürzer waren als die Masten der Leitungen hoch. So bekamen sie aufgrund der fehlenden Erdung keinen Stromschlag und konnten Stunden später – nachdem der Strom abgeschaltet worden war – gerettet werden“, steht in der Dokumentation.
Rote Leuchtkugeln und Sirenenalarm
Als die Sirene ertönte, „eilte ich zur Fähre um nachzusehen, was passiert war“, so Fedders. Er sah, wie das Kanal-Motorboot „hektisch zur Abfahrt vorbereitet wurde. An Bord waren der Bootsführer und eine Frau vom Roten Kreuz. Ich stieg mit zu und wir legten sofort ab.“ An der Unfallstelle „kamen uns Schiffe entgegen, auf denen Militärfahrzeuge und sonstiges Gerät lagen“. Die Sehestedter suchten ungefähr eine Stunde lang, konnten jedoch niemanden finden.
Der vorgesehene Absetzplan.
Das Auf- und Abschwellen der Feuersirene hörte der Sehestedter Heinrich Mohr auf Osterrader Gebiet. „Durch die Bundeswehr war das Gelände weiträumig abgesperrt“, erinnert er sich*. „Aber für uns ortskundige Nachbarn war es nicht schwer, das Hindernis auf längerem Umweg zu umgehen.“ Und so stand er mit zwei weiteren Sehestedtern am Absprunggebiet, als es dunkelte. „Plötzlich schwebten, zarten Wolken gleich, aus dem nächtlichen Himmel pulkweise Fallschirme dem Erdboden entgegen. Im nahen Gehölz krachte und knackte es beträchtlich, abgeworfene Jeeps und Ausrüstungsgegenstände hatten große Baumkronen niedergebrochen.“
Die Sehestedter sahen rote Leuchtkugeln in den Himmel steigen, hörten das Martinshorn der Sehestedter Feuerwehr und die Sirene. Die Augenzeugen arbeiteten sich zur südlichen Kanalböschung vor. „Ein schlimmer Anblick bot sich unseren Augen – kleine Motorboote kurvten hektisch auf der Wasseroberfläche umher, gespenstisch zerrissen ihre Rundumlichter und Suchscheinwerfer die Dunkelheit. Etliche Fallschirme hingen in den Stromleitungen der Kanalbefeuerung oder lagen an der Kanalböschung halb im Wasser; aufgeregt liefen Soldaten am Ufer umher.“
Aus dem Polizeibericht
40.000 Soldaten nahmen insgesamt an „Bold Guard“ teil – es war damit die bislang größte Nato-Übung in Schleswig-Holstein. Als der Morgen des 12. Septembers 1974 anbrach, war das Ausmaß der Kanal-Katastrophe bereits bekannt. „Gegen
Die tatsächlichen Absprünge.
acht Uhr teilte mir Herr von Conradi, KpSt Rendsburg, fernmündliche mit, dass am 11.9.1974 gegen 21 Uhr am Nord-Ostsee-Kanal in der Nähe der Fähre Sehestedt englische Militäreinheiten im Rahmen des Nato-Manövers mit dem Fallschirm abgesprungen seien“, notierte ein Kriminalbeamter in seinem Bericht.
„Aus ungeklärten Gründen seien mehrere Soldaten und eine Reihe von Lasten im NOK gelandet. Während der Absprungübung sei der Schiffsverkehr im NOK nicht gesperrt gewesen. Ein Fallschirmjäger sei bereits tot aus dem Kanal geboren worden. Weitere Fallschirmjäger seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, weil sie beim Absprung durch ebenfalls niedergehende Lasten verletzt worden waren. Zur Zeit würden noch weitere fünf Fallschirmspringer vermisst werden. Da unmittelbar nach dem Fallschirmabsprung die umliegenden Wälder am Nord- und Südufer des Kanals bereits abgesucht worden seien, müsse damit gerechnet werden, dass die fünf Vermissten im Kanal ertrunken seien.“
Traurige Bilanz
Insgesamt waren 14 Springer im Nord-Ostsee-Kanal gelandet. Von ihnen konnten acht gerettet werden. Doch für sechs junge Männer im Alter von 21 bis 33 Jahren kam jede Rettung zu spät. Es waren: Captain / Lehrer Gerad Muir, geboren im Februar 1946 in Glasgow; Kadett / Student James Cooper; Sergeant/ Postbeamter Elliott Campbell Leask , geboren im Juli 1942 Glasgow; Soldat/ Maurer Edward Beech, geboren im Oktober 1951 in Liverpool; Corporal / Mechaniker Brian John Bett, geboren im Juli 1953 in Hamburg, wohnhaft in Glasgow; Sergeant / Ingenieur Richard Lawson Tomkins, geboren im Oktober 1939 in Aberdeen
Jährliches Gedenken an die toten Fallschirmjäger. Im Vordergrund Bürgermeister Torsten Jürgens-Wichmann.
Ihre Namen finden sich auf einem Gedenkstein im Südteil von Sehestedt. „Die Plakette wurde in der staatlichen Werft von Rosyth bei Edinburg hergestellt“, erklärt Ortwin Fedders. Er selbst war zur Zeit des Unglücks 18 Jahre alt, im Polizeidienst und abgeteilt worden, um Schaulustige vom Unglücksort fernzuhalten. Am 27. Juli 1975 – einem kühlen und windigen Sommertag — wurde der Gedenkstein mit der Plakette an der Alten Dorfstraße enthüllt. „100 Fallschirmjäger des 4. und 15. Fallschirmjäger-Bataillons (Parachute Battalion) sowie des 272. Fallschirmjäger-Bataillons der Bundewehr waren zugegen“, heißt es in der Dokumentation zum 30. Jahrestag des Unglücks. Außerdem wurde für jeden Gefallenen eine Eiche gepflanzt.
Das Denkmal, genannt auch Schottenstein, beim jährlichen Gedenken in Sehestedt
„In den ersten zehn Jahren nach der Einweihung des Gedenksteins kam immer mal ein Jeep vorbei und wurde ein Kranz niedergelegt“, weiß Ortwin Fedders, dessen Eltern- und Wohnhaus sich direkt gegenüber vom „Schottenstein“ befindet. Die Anteilnahme der Sehestedter Bevölkerung war groß – im Jahr 1975 und sie blieb es auch in den folgenden Jahren. Am 11. September waren stets Gemeindevertreter und Feuerwehr zugegen sowie all jene, die sich noch an das Unglück erinnerten. Bei den Treffen am Schottenstein lernten sich beide Seiten besser kennen. Im Laufe der Jahre entstanden Freundschaften, wurden „Highland Games“ in Sehestedt veranstaltet und die „Whisky Society Sehestedt-Glasgow“ gegründet. Das ist ein weiteres Kapitel der Beziehungen Sehestedt-Schottland, das in extra Artikeln gewürdigt wird. Sabine Sopha
* in einem Gespräch für eine Dokumentation der Ereignisse zum 30. Jahrestag. Danke an Ortwin und Susanne Fedders für die umfangreichen Materialien und Gespräche.
Das „Bold Guard“-Manöver vom September 1974
Was damals geschah – eine
Chronologie der Ereignisse
8. September 1974
Es sind die Zeiten des Kalten Krieges. Reservisten und
Soldaten der Britischen 16. Fallschirmjägerbrigade werden für das „Bold
Guard“-Manöver in Westdown/Schottland zusammengezogen. Die Brigade setzt sich
aus den Fallschirmjägerbataillonen 2 und 15 zusammen.
9. September 1974
Überraschend landet eine sowjetische Panzerarmee an der
schleswig-holsteinischen Nordostküste. Sie will den Nord-Ostsee-Kanal und seine
Brücken besetzen, um Richtung Hamburg vorzudringen. So das Szenario der
Nato-Übung.
10. September 1974
Alliierte Truppen sollen schnell an den Kanal gebracht
werden, um die Sowjets aufzuhalten. Aber über dem Absprunggebiet des 15.
Bataillons liegt dichter Bodennebel. Der Start wird um einen Tag verschoben.
11. September 1974
18.30 Uhr: 36 viermotorige Transportflugzeuge vom Typ
C-130 Hercules starten in Lyneham/Wiltshire. 13 Maschinen transportieren die Mannschaften
und 23 die Lasten. Sie fliegen im Abstand von etwa 20 Sekunden.
21.00 Uhr: Die
Maschinen erreichen das Absprunggebiet am NOK. Die Wetterverhältnisse sind
schlechter als vorhergesagt. Mit dem Aufleuchten des grünen Lichtes im Flugzeug
beginnen die Männer im Abstand von einer Sekunde abzuspringen.
21.01 Uhr: Gelandete
Fallschirmjäger bemerken, dass etwas nicht stimmt. Rote Leuchtkugeln werden
abgeschossen. Der Absprung wird gestoppt.
Die letzten fünf Hercules-Maschinen werden zum Flughafen
Hohn umgeleitet.
21.02 Uhr: Die
Sirenen in Sehestedt geben „Katastrophenalarm“.
21.07 Uhr:
Meldung des Lotsen Stoye auf dem polnischen Fischdampfer „Swi 176“ mit
Fahrtziel Swinemünde: Eben westlich Kilometer 76 sind einige Fallschirmspringer
im Kanal gelandet und schwimmen im Wasser.
21.09 Uhr: Meldung
von Lotse Franke auf dem Frachter „Unkas“ west-ost-fahrend: Unverhofft fallen
eine Vielzahl von Fallschirmspringern und Jeeps vom Himmel. Leute und Geräte
landen rechts und links vom Schiff im Wasser. Menschen schreien um Hilfe.
21.14 Uhr: Absolute
Sperre des NOK von Rade bis Königsförde.
21.15 Uhr:
Meldung von Lotse Franke auf dem Frachter „Unkas“ W-O fahrend: Ein Auto mit
zwei Fallschirmen bei km 77,5 Südseite Kanal zur Böschung hin gelandet.
Oberteil vom Auto ragt aus dem Wasser. Der Kanal schwimmt voller Fallschirme.
21.16 Uhr: Unmittelbar nach Abbruch der Übung suchen
britische Soldaten die umliegenden Wälder am Nord- und Südufer des Kanals ab.
Sie finden keine Toten.
21.20 Uhr: Die
Kanalbeleuchtung auf der Südseite fällt von Landwehr bis Sehestedt aus. Grund
ist ein Kurzschluss durch Fallschirmspringer. Laut einer Lotsenmeldung hängen
mehrere von ihnen mit Gepäck in der Lichtleitung. Sie leben.
22.37 Uhr: Die
Kanalstrecke wird wieder freigegeben. Über UKW werden laufend Warnungen herausgegeben.
Es soll möglichst mit Scheinwerfern gefahren werden.
23.15 Uhr circa: In
der Schleuse Holtenau meldet die „Unkas“, dass sie etwas Weißes in der Schraube
hat. Die Marinetaucher untersuchen das Schiff, dabei wird in der Schraube ein
zerrissener Fallschirm gefunden. Dieser wird vom Kanalschlepper „Flemhude“ zur
Polizeidienststelle gebracht.
12. September 1974
6.10 Uhr: Auf
Kanal-Südseite liegen in einem Abstand von circa 20 Meter zwei kleinere
Marinefahrzeuge auf dem Grund. Die Schifffahrt wird gebeten, so weit sie
möglich die Nord-Seite zu halten. Ein
Toter wird geborgen – Captain Muir.
9.30 Uhr: Eine
Flugunfalluntersuchungskommission begibt sich Richtung Sehestedt
10.00 Uhr: Die
Kommission trifft am Unfallort zwischen Kanal-Kilometer 77 und 78, nördlich von
Osterrade, ein. Zwölf Minentaucher sind dabei, den Kanal nach Leichen und
Lasten abzusuchen.
13 bis 15.00 Uhr: Britische Fallschirmjäger durchsuchen das
Waldstück nördlich des Kanals bis zu einer Tiefe von 500 Metern.
14.05 Uhr: Leiche
eines Fallschirmspringers wird aus dem Kanal geborgen.
13. September 1974
In den frühen Nachmittagsstunden werden drei Leichen
geborgen.
18. September 1974
Die Besatzung des deutschen Schnellbootes „Puma“ entdeckt
den sechsten Toten im Kanal treibend.
Quelle: Ermittlungsberichte von der Kriminalpolizei,
Einträge aus dem Wachbuch der Verkehrslenkungsstelle Holtenau, Aussagen von
Zeugen und Überlebenden, Artikel der Landeszeitung sowie eine Dokumentation des
Museums Sehestedt.
Am morgigen Sonnabend (7. September 2019) wird einmal mehr die NOK-Romantika gestartet: Freunde und Gäste des Nord-Ostsee-Kanals erwartet zum dreizehnten Mal wieder ein großes und stimmungsvolles Fest – NOK-Romantika. Zwischen Brunsbüttel und Kiel wird der Nord-Ostsee-Kanal in romantisches Licht getaucht. An beiden Ufern illuminieren Fackeln, Kerzen, Laternen und andere Lichter die künstliche Wasserstraße. Das Fest beginnt in der Dämmerung und erreicht seinen Höhepunkt gegen 21.00 Uhr. In Sehestedt wird während der Romantika die neue Kanalprinzessin gewählt und ohnedies ist mit Lichtershow, Musik und bester Verpflegung rund um den KanalTreff eine Menge los in der schönen Kanalgemeinde.
355 Euro „schwer“ war der symbolische Scheck den Öltimer-Chef Bruno Dohrn kürzlich an Hajo Schwarz, von der Initiative zur Förderung von Kinderfesten, überreichen konnte. Eingespielt wurde die Spende von den Traktoren-Fans beim letzten Sommerfest des Clubs.
Als Glaspalast auf hoher See könnte man mit Fug und Recht die Mega-Yacht „Yas“ bezeichnen, die in ihrem ersten Leben als unter dem Namen „Piet Hein“ als Fregatte in der niederländischen Marine gedient hat.
Gegen 17:15 Uhr passierte die Yacht heute Nachmittag den Nord-Ostsee-Kanal bei Sehestedt mit dem Reiseziel Gibraltar. Eigentümer des Schiffs ist der Geschäftsmann Hamdan bin Zayed Al Nahyan. Raum für 60 Gäste bietet das Schiff, die natürlich auch im Swimming-Pool plantschen oder im Spa entspannen können.
Die mit 141 m zurzeit siebtlängste Mega-Yacht ist in aufwändiger Umbauarbeit auf der Abu Dhabi Mar-Werft vor acht Jahren entstanden. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 20 Knoten, mithin rund 35 Stundenkilometer. Keine Frage, man kann es sich schön machen auf der „Yas“.
Der offizielle Gemeindekalender
Bürgerbeteiligung: Bebauungsplan Nr. 8; Wohngebiet Sehestedt-Süd
Die Sehestedter Bürger können sich über nachfolgenden Link an dem Projekt Bebauungsplan Nr. 8/Wohngebiet Sehestedt-Süd beteiligen: Link